Thai-Streetfood: Gepfefferte King Prawns mit Som Tam

Meine ersten Reisen nach Thailand sind schon bestimmt 25 Jahre her, aber bei den drei Besuchen haben mich natürlich, wie jeden anderen Besucher auch, die Speisen immer wieder begeistert. Dabei blieben mir insbesondere zwei Speisen in Erinnerung, die mich direkt am Anfang in die Küche Thailands einführt haben. Das eine Gericht glänzte durch ein Übermaß an Pfeffer und Knoblauch, nach dem kaum endenden „Genuß“ des zweiten Gerichts war ich mit allen thailändischen Restaurantbesuchern per du.

King Prawn (oder Garnelen) in Knoblauch und Pfeffer
Ein herrliches Gericht, das ich am ersten Abend meines allerersten Besuches in Thailand hoch über den Dächern von Bangkok gegessen habe. Die ersten Eindrücke halten immer am längsten. So auch diese Gericht, das mich am meisten durch den für mich überbordenden Gebrauch von Knoblauch und grünem Pfeffer begeistert hatte. Bis Eigentlich sah das Gericht damals eher so aus, wie auf diesem Bild.

wp-1459706006758.jpg

Ich empfehle für das Nachkochen immer allerfrischesten Knoblauch zu benutzen und pro Person eine halbe Knolle samt Schale zu verwenden.  Das Gericht lebt von seinem „Zuviel von Allem“. Und bei der Zubereitung braucht man auch keine Angst vor knoffigen Mundgerüchen oder nächtlichen Beigeschmack auf der Zunge zu haben.

Zutaten King Prawns
Von Allem vor allem zuviel. Es könnte ruhig noch mehr Chili statt Peperoni sein.


Da noch eine Beilage gewünscht war, habe ich noch eine Packung Cha Soba Nudeln gekocht. Damit diese nicht zu trocken gegessen werden, habe ich zu den King Prawn noch paar Tomaten für einen Hauch von Sauce dazugetan.

Zutaten

  • 500 Gr Garnelen oder je 3 King Prawn pro Person
  •  40g Ingwer (2 Daumen groß)
  •  1 Knoblauchknolle
  •  frischer grüner Pfeffer
  •  Kaffirlimettenblätter
  •  ½ Bund Koriander
  •  Öl zum Braten
  •  Austernsauce
  •  Fischsauce
  •  ½ Limette oder Limettenpulver

Schritte

Die Knoblauchknolle vom Stiel und Boden befreien, aber im Ganzen mit aller Schale kleinschneiden.

Von den Kaffirlimettenblättern die mittleren Stängel entfernen und Blätter in feine Streifen schneiden. Chili in feine Streifen schneiden.
Korianderblätter mit Stängel waschen und trocken abtupfen, einen Teil zur Garnitur beiseite stellen, den Rest kleinschneiden.

Öl in einen Wok geben und Ingwer und Knoblauch glasig braten, auf jeden Fall nicht braun werden lassen. Dann Ingwer und Knoblauch mit einer feinen Schöpfkelle entfernen und die King Prawns anbraten, bis diese durchgehend rot sind.

Dann wieder Ingwer und Knoblauch, sowie alle anderen Zutaten hinzugeben und fünf Minuten lang durchköcheln. Mit Fisch- & Austernsauce abschmecken und anrichten.

King Prawns

Som Tam Thai
Was ich nach meiner Wiederkehr aus Thailand über Jahre nicht in Deutschland fand, war dieser wunderbare Salat, den ich auf einem Nachtmarkt gegessen habe. Als man mir den Salat gebracht hat, merkte ich nur, dass mich Augen der Restaurantgäste (falls man das überhaupt Restaurant nennen konnte) aus dem Augenwinkel beobachteten. Gut, mir war echt richtig, richtig heiß, a.) weil es mir in den Tropen immer sichtbar heiß ist, und weil b) der Som Tam mir alles abverlangt hat. Höllenscharf war das Ding aber ich habe eine Schüssel voll Salat meinen Körper von innen heraus geputzt.
Tatsächlich kamen dann nach dem Essen mehrere Thais zu mir rüber und haben mir gratuliert und sich mit mir noch unterhalten.
Som Tam käme aus dem Norden und ist ihnen unten im Süden viel zu scharf. Sie würden das nie essen. Gut, es war zu spät, ich hatte alles verspeist.

Papaya
Die Papaya ist so frisch, dass sie sofort zu schwitzen beginnt.

Aus dem Urlaub wieder zurückgekommen, gab es gleich mehrere Probleme. Erstens gab es kaum Papaya, und dann war diese für mein Budget viel zu teuer.
Heute gibt es bei fast allen Thai, Laoten oder Vietnam Restaurants ein Sam Tom Gericht. Mal mit etwas Papayabeilage oder stattdessen mit unreifer Mango. Gemeinsam haben sie alle eines. Sie sind im Geschmack total lasch, werden als Miniportion angeboten und kommen meiner Vorstellung von damals in keinster Weise nahe.
Bis jetzt mache ich es so, wenn keine grüne, unreife Papaya im Haus ist, nehme ich als Ersatz Möhren. Klingt komisch, schmeckt aber sehr ähnlich. Wenn ich mir das Bild anschaue, dann war ich mit Chili (oder hier Peperoni) ziemlich zurückhaltend. Aber im Hochsommer nehme ich dann meist einen guten Teelöffel meines superscharfen selbstgemachten Harissa. Das brennt zwar gut, aber der Salat ist wunderbar kühlend in mitteleuropäischen Breitengraden.

Zutaten

  • 400 g geriebene unreife grüne Papaya (im Ersatzfall gehen auch Möhren)
  • Rote Thai Chili (ich: dieses Mal nur eine scharfe Peperoni)
  •  getrocknete Shrimps
  • Fischsauce
  • Limettensaft einer Limette
  • Palmzucker (ich: brauner Zucker)
  • Erdnüsse
  • Koriander

Schritte
Die Papaya grob raspeln

Chilischoten mit den Erdnüssen in einem Mörser zerstoßen.

Limettensaft und Zucker dazu geben und mit den Chilis verrühren.

Die Shrimps zu dem Papaya geben und dann mit dem Limettensaft, Erdnüssen mischen. Am Ende noch frischen Koriander dazugeben und alles kräftig durchmischen

Fertig ist der Salat. Easy.

Wer mag, kann auch noch Tomaten dazugeben.
Originär wird der Salat auch mit einem Mörser gestoßen, damit er besser Saft zieht. Ich finde allerdings, dass Salat und Sauce sehr schnell durchziehen und ich habe meinen Som Tam lieber bissfest.

Som Tam
Papaya, getrocknete und vor allem Chili geben den tollen, frischen Geschmack.


Weinbegleitung

Zu unserem Thai-Ausflug gab es dieses Mal einen umwerfend guten Weissburgunder von Juliane Eller (Juwel-Wein), einer Jungwinzerin aus Rheinhessen, der schon bemerkenswert viele Rezensionen von CaptainCork, Welt, Falstaff uvm. gewidmet sind und erfrischend gute Weine mit eigener Handschrift auftischt.

Weissburgunder Juwel Wein
Ein Worstpiel und ein toller Weissburgunder von einer rheinhessischen Jungwinzerin

 

Advertisements

4 Gedanken zu “Thai-Streetfood: Gepfefferte King Prawns mit Som Tam

  1. … einfach leeecker, sieht das aus!
    Solch einen Papaya Salat habe ich gerade in einem Thai Restaurant in den USA in San Diego gegessen. Sehr lecker! Ich suche hier in der Provinz vergeblich die getrockneten Shrimps zu bekommen. Der Besitzer unseres Thai Ladens hatte mir versprochen sie seien bestellt. Sind nur bis heute nicht angekommen. Das ist schon 4 Wochen her. 😉

  2. Ein thailändisches Lächeln kann ja alles heißen…. im besten Fall sind die Garnelen noch am trocknen. 🙂
    Aber eigentlich sind es nur vorgekochte, salzig getrocknete Shrimps, die etwas zäh, ähnlich Stockfisch, beim Essen sind. Vielleicht geht ja auch kurzes Kochen und in Salz eingelegt in den Ofen für paar Stunden (ich schätze 80 C) legen. Nur, wenn die Shrimps überhaupt nicht mehr kommen.

  3. Gott, sieht das gut aus………. Und den Juwel habe ich zwar schon oft gesehen, aber noch nie probiert… Wir müssen bald mal Weintausch machen, hier… 🙂

    1. Ich denke auch, dass Essen wird es noch ein paar mal geben müssen. Und.. ein Weintausch hätte was gutes. Will ich mich doch wieder verstärkt den Weinen/Sekten widmen. 😀

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.