BritaInn – britisch oder nicht britisch, das ist hier die Frage

Ich gebe ja zu, ich war schon lange nicht mehr in Großbritannien. Und nach meinem damaligen neunmonatigen Auslandsstudium und Praktikumszeit in dem Wanne-Eickel von England (Wolverhampton) habe ich zwischenzeitlich nur sehr sporadisch London besucht. Daher sind meine Erinnerungen an Land und lokale Genüsse stark angestaubt und entsprechen bestimmt nicht mehr in Gänze der heutigen Realität.

Denke ich an englischen/britisches Essen, so kommt mir als erstes unser täglicher Essensrhythmus in Erinnerung. Spreche ich von uns, so meine ich hauptsächlich meinen mitreisenden Kommilitonen und den aus Katalonien kommenden Freund, auf dessen Hochzeit wir uns alle vor kurzem sahen.

Ein ordentliches Frühstück gab es bei uns nicht, war man doch noch heftig vom „Vorabend“ gesättigt (Grund: siehe unten). Zum Mittagessen tischte die Uni-Mensa Pies mit Pommes und Bread’n’Butter Pudding mit Vanillesauce auf, als Zwischensnack zur Tee- und Kuchenzeit gab es in der Stadt einen Döner mit Minzsauce. Zum Abendessen wurde wieder irgendwas Frittiertes mit Pommes und Bread’n’Butter Pudding mit Vanillesauceüber die Theke geschoben. Der zünftige Pubabend bis zur Sperrstunde ging meist in eine nette Homeparty oder Besuch  eines Nightclub über, bis die Nacht um 3:00 AM bei einem Inder mit einer sättigenden Portion Chicken Tikka Marsala aufhörte.
An Wochenenden oder Reisen nach Schottland wurden Erfahrungen neben dem Frittierten und Bread’n’Butter Mensa-Einerlei durch Pubfood (frittierter Fisch, Erbsen, Kartoffelstampf) erweitert. Man könnte meinen, das Essen wäre eintönig gewesen. Ich kann aber bestätigen, wir haben uns draufgestürzt.
Gut, der Aufenthalt hat mir 13 kg Gewichtszunahme beschert, was mir aber bei meiner damaligen Relation von 1,89 m Größe und 73 kg Gewicht irgendwie gelegen kam, …. damals……

Das von mir zubereitete und aufgetischte Essen wurde aus diesen meinen „antiquierten“ Erfahrungen gespeist. Ich gestehe auch den Briten als sehr traditionsbewusstes Volk durchaus zu, dass sich das Essen auf der Insel mittlererweise geändert und verbessert hat. Genauso wie ich ja auch nicht jeden Tag (eigentlich nie) deutschen Essens bestehend aus  Sauerkraut, oder Schweinebraten mit Klößen oder Himmel änd Ähd (selten) zu mir nehme. Außerdem stand mir damals nur ein bestimmtes Budget zur Verfügung, so daß höhere britische Genüsse wie Hagis in Schottland mir verwehrt blieben.
So dürfte meine Wahl niemanden verwundert. Es gab das, was ich gemeinhin für britisches Essen halte (in leicht abgewandelter Art).

  • Vorspeise: Salat aus Spinat, gebratenen Kräutersaitlingen und Pastinaken mit Tomatencoulin
  • Hauptspeise: Lammkeule mit Portweinreduktion, Erbsen-Minz Stampf und Kartoffelgratin (mit franz. Chaource)
  • Nachspeise: Bread’n’Butter Pudding (natürlich) mit Vanille-Ingwer Eis

Salat mit Tomatencoulin.jpglammkeule englische art.jpgbreadnbutter.jpg

 

 

Advertisements